Montag, 17. Dezember 2018

Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus Hermannsburg

Eng verbunden mit dem "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" ist der "Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus" in Hermannsburg. Deshalb stellt sich auch der "Arbeitskreis ... Hermannsburg" hier vor:

Der Arbeitskreis (AK) gegen Rechtsextremismus Hermannsburg ist hervorgegangen aus dem „Hermannsburger AK gegen Hetendorf 13“. Dieser hat sich in den 1980-er Jahren gebildet, als einige Hermannsburger durch junge Leute der Celler Antifa auf das Treiben der Neonazis in Hetendorf und Umgebung aufmerksam gemacht worden waren. Zunächst nahmen wir teil an Demos gegen „Hetendorf 13“, dem Haus, in dem sog. Sonnwendfeiern und Schulungen der „Wiking-Jugend“ und des Vereins „Freundeskreis Filmkunst e.V.“ unter Leitung des mehrfach rechtskräftig (u.a. wegen Volksverhetzung und Körperverletzung) verurteilten Rechtsanwaltes Rieger stattfanden. Schon bald trafen sich regelmäßig Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppen in Hermannsburg, um gemeinsam gegen dieses Zentrum vorzugehen.

Auch als 1994 die Wikingjugend verboten und 1998 Hetendorf 13 geschlossen wurde, blieb der Arbeitskreis weiter aktiv, unterstützte die Verdener in ihren Aktionen gegen den Heisenhof im niedersächsischen Döverden und andere Aktivitäten der Neonazis. Seit 2007 beobachteten besorgte Hermannsburger Bürger in ihrem Ort zunehmende Aktivitäten der rechten Szene mit Neonazi-Partys im so genannten „Bunker 88“ in Neubarmbostel, dem Anbringen von Aufklebern und kleineren Rangeleien mit Punkern.

Seit Beginn des Jahres 2008 verging kaum ein Wochenende, an dem in Hermannsburg und Umgebung keine Zwischenfälle zu verzeichnen waren. Daraufhin beschloss der AK, dem Treiben der Neonazis nicht länger tatenlos zuzusehen und ein deutliches Zeichen für Toleranz und ein friedliches Miteinander zu setzen. Im März 2008 informierte er mit einer Mahnwache im Ortszentrum, mit Spruchbändern und Flugblättern über die Besorgnis erregenden Umtriebe vor Ort und rief zu Widerstand auf.

Als Rieger in Gerhus eine neue Tagungsstätte einrichten wollte, waren viele von uns Hermannsburgern bei den Protesten vor Ort. In den vergangenen Jahren zeigten Beschimpfungen, Drohungen, Gewalt gegen Jugendliche, Zerstörung der Frontscheibe eines Autos eines aktiven AK-Mitglieds, Schmierereien an Schaukästen und Fensterscheiben und andere Vorfälle, dass immer noch gewaltbereite Rechtsextremisten in Hermannsburg wohnen. Auch rassistische und antisemitische Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft fordern weiter unsere Wachsamkeit.

Der AK gegen Rechtsextremismus Hermannsburg trifft sich nach Bedarf und unterstützt das "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus". Er hat das Netzwerk „Orte der Vielfalt“ der Gemeinde Hermannsburg initiiert und arbeitet dort mit.