Donnerstag, 17. Januar 2019

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17.05.2016 16:37 Alter: 3 yrs

Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus

Wir stellen uns vor ...


Zum "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" gehören fünf Arbeitsgruppen in der Region:

  • Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus Hermannsburg
  • Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus Celle
  • Mahnwache Gerhus, Fassberg + Unterlüß
  • Arbeitskreis für Demokratie und Menschenwürde Eschede
  • Aktion "Unser Kreuz hat keine Haken" Munster

Geschichte und Aktivitäten des Netzwerkes

Das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus ist ein bürgerliches Bündnis und besteht aus ca. 15 rein ehrenamtlichen, aktiven Mitgliedern und ca. 400 – 500 solidarisch erklärten „passiven“ Mitgliedern. Wir sind kein Verein, weil wir uns unsere freie und unbürokratische Herangehensweise erhalten möchten. Das Netzwerk wurde nach der Besetzung des Hotel Gerhus durch Neonazis um den Anwalt Jürgen Rieger von verschiedenen Einzelpersonen und Bündnispartnern gegründet.



Nach der erfolgreichen Verhinderung eines Nazi-Ausbildungszentrums bei Fassberg liegt unsere Zielsetzung heute bei der Verhinderung der vielen, jährlich sich wiederholenden Nazitreffen auf dem Hof Nahtz bei Eschede. Dort trifft sich seit weit über 20 Jahren die norddeutsche Neo-Nazi Elite, um Aktionen zu planen, Verbindungen zu festigen, „rechte Erlebniswelten“ wie z.B. Rechtsrockkonzerte für Jugendliche zu schaffen und sie so in ihren Einfluß zu bringen und für sich zu gewinnen. Die nach außen harmlos wirkenden Veranstaltungen laufen unter dem Deckmantel „Brauchtumsveranstaltungen“. Sommer- und Winter-Sonnwendfeiern sowie die sog. „Erntefeste“ dienen dazu, traditionelle NS-Ideologie zu leben und zu verbreiten.



Mit unseren Demonstrationen wollen wir die Öffentlichkeit auf jedes dieser Treffen in Eschede, aber auch auf andere Nazi-Aktivitäten in der Region aufmerksam machen und drängen darauf, sich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Wir klären auf und fordern ein Ende dieser Treffen. Unsere Demonstrationen gestalten sich von Jahr zu Jahr aufwändiger und fantasievoller um mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen.



Weitere Aktivitäten des Netzwerkes

Wir erinnern jährlich an den von zwei Neo-Nazis ermordeten Peter Deutschmann in Eschede. Peter Deutschmann wurde 1999 von zwei Escheder Neonazis brutal zusammengeschlagen und sterbend allein in seinem Haus zurück gelassen. Diese Tat ist bis heute in Eschede nicht aufgearbeitet worden. Die Täter gehörten beide zur rechten Szene. Das Landgericht Lüneburg verurteilte sie wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu je fünf Jahren Jugendstrafe. Einen politischen Hintergrund wollte das Gericht nicht erkennen.




 
Johannes K. löste sich schon während der Haftzeit aus der rechten Szene. Heute tritt er häufig auf Veranstaltungen auf, um vor den Gefahren des Rechtsextremismus zu warnen. Marco S. verhielt sich dagegen ganz anders. Er vertiefte während der Haftzeit in Hameln seine Kontakte in die niedersächsische Neonazi-Szene.



Wir wollen aber nicht nur Peter Deutschmann gedenken, sondern aller 186 Opfern rechtsextremer Gewalt seit 1990.



Eine von uns gestaltete Installation dient als didaktisches  Ausstellungsobjekt, z.B. für Schulen, Gemeinden und anderen Räumen. Eine ca. 300 cm breite x 300 cm tiefe und 200 cm hohe, quadratische Rauminstallation zeigt alle durch rechtsextreme Gewalt umgekommenen Menschen seit 1990.





Die dicht an dicht gehängten Bögen bilden in ihrer Mitte einen geschlossenen Raum der Ruhe. Wir möchten nicht nur ein Gefühl der überwältigenden Zahl ermordeter Menschen geben, sondern auch auf ihre einzelnen Persönlichkeiten hinweisen und der Opfer auf diese Weise gedenken.



Wir haben 2011 einen Logo Wettbewerb durchgeführt, an dem mehr als 100 Bewerber aus dem Landkreis Celle teilgenommen haben. Das Echo in den Medien war enorm. Ziel war nicht nur ein eigenes Logo zu bekommen, sondern die Bürger am Entstehungsprozess teilhaben und aktiv an unserer Arbeit mitwirken zu lassen.





Das neue Logo gibt uns eine optische Identität und die neue Webseite eine Plattform für Kommunikation und Dokumentation. Bürger können sich bei uns melden und auch uns über Nazi-Aktivitäten informieren, worauf wir dann öffentlich reagieren. Die Webseite wird ständig aktualisiert und informiert über anstehende und vergangene Aktivitäten. www.netzwerk-südheide.de

Unser Netzwerk arbeitet seit den Mahnwachen vor dem Hotel Gerhus an einer ständig wachsenden Foto Dokumentation, die auch verliehen wird.

 Des Öfteren laden wir auch Experten für Rechtsextremismus zu Vorträgen ein und werden auch in Zukunft aufklärende  Veranstaltungen über Rechtsextremismus unterstützen und organisieren. Aufklärungsarbeit sensibilisiert und hilft beim schnelleren Erkennen rechtsextremer Aktivitäten.